Smørrebrød, Smørrebrød

Gerade laufe ich mit Boots eine Runde durch die Gegend. Das gibt es doch nicht, wir haben fast Juni und ich überlege, ob ich neben meinen Pullovern auch noch meine Winterjacken wieder raushole. Mir ist so kalt, dass ich schon richtig am Walken bin, damit mir einigermaßen warm wird. Gleich laufe ich bestimmt gegen einen Menschen oder einen Baum oder so, weil ich nur auf das Handy schaue.
Ich muss definitiv mehr machen statt nur rumzuhängen, denn es gibt nun einfach überhaupt nichts Spannendes zu erzählen. Es kann doch nicht sein, dass ich am Ende nur noch über meinen ADS-Hund blogge. Abitur scheint sich momentan eher negativ auszuwirken.
Ah, nee, da kommt es, mir fällt etwas ein, das mir neulich passiert ist. Also, ich war mit Papa, Dara und meiner Patentante, die aus Amerika zu Besuch ist, unterwegs. Wir laufen in folgender Konstellation nebeneinander her: Ich, Papa, Patentante, Dara und Boots irgendwo zwischen uns wild umher. Meine Patentante hatte Altoids, das sind Minzbonbons, dabei.
“Hier, ich hätte gerne welche.”
Sie reicht mir die offene Dose rüber und Papa haut sowas von dermaßen darunter, dass der komplette Inhalt über den Asphalt fliegt.
“Oh, wow, da, der Zeppelin…”
“Papa, was geschieht hier gerade?”
“Oh, oh, wow, sorry. Na das habe ich jetzt überhaupt nicht kommen sehen.”
Tja, gut, also Zeppeline sind durchaus spannend, sodass man draufzeigen muss. Papa wollte uns zwar überzeugen, dass man laut der 30-Sekunden-Regel die Bonbons noch aufheben kann, aber er ist leider gescheitert.
Im Grunde kann man ihn meistens auch nicht einschätzen, ob etwas extra geschieht oder nicht. Auf jeden Fall ist er zu 89% auf Quatsch aus.
Zum Beispiel, als meine Patentante noch in Schweden gelebt hat, wegen der Arbeit von meinem Patenonkel. Sie konnte am Anfang kaum Schwedisch, nur eben Englisch.
Mein Papa hat Folgendes gemacht: sich ein Glas Fisch von Ikea gekauft, bei ihr angerufen und die Zutaten auf Schwedisch vorgelesen. Und das drei Mal bis er sich zu erkennen gegeben hat.
“Strömming, vatten, vinäger, dill, peppar, Bay blad, salt. Smørrebrød.”
“Sorry, I don’t understand Swedish. Do you speak -”
“Strömming, vatten, vinäger, dill, peppar, Bay blad, salt. Bløbår, Smorland.”
“English?”
“Smørrebrød, Smørrebrød…”

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Ochsenbäckchen

Heute war ich mit Dara und Ceca auf einem Kunst- und Designmarkt. Sehr exotisch und nostalgisch und teuer. Da waren ziemlich besondere Menschen, beispielsweise Kieselsteinkünstler oder Schmuck verkaufende Hobbybauern.

Ceca und ich betrachten gerade sehr interessiert wild geschmückte Ohrringe als ich den Verkäufer Englisch reden höre:
“And then I left only two eggs and the chickens looked and were like googoog. The other day I put a fake egg in….blahblah”
“Ah, wow, interesting.”
“Ya, now my chickens don’t mind. I can take all the eggs.”
“Wow. That’s so interesting. Nice to meet you. Have a nice day.” Die Frau geht. Ich schaue überrascht hinterher, Ceca betrachtet noch die Ohrringe als er plötzlich zu mir sagt: “Oi, what’s wrong with the weather? Can you change it?” “Um, well, I wish I could.”
“You wish you could. You wish you could.”
“Yeah.”
Und er wendet die Aufmerksamkeit Ceca zu, die sich ein Paar Ohrringe ausgesucht hat.
“You magst sie? Wie viel were they?”
“Ich glaube 8 Euro.”
“You’re such a nice person, I’ll give them to you for only 7 euro, aye?”

Später haben wir uns in ein Restaurant gesetzt und was getrunken. Allerdings hatte ich Hunger und habe aufmerksam die Speisekarte studiert.
“Weinblätter, Bauernsalat, Pitabrot mit Schafskäsecreme, Ochsenbäckchen?” Plötzlich streckt die Kellnerin den Kopf zu mir hin und sagt etwas, von dem ich aber akustisch kein Wort verstehe:
“WIE BITTE WAS?”
“Die Ochsenbäckchen sind leider aus.”
“Wie? Ah, okay. Ach so, ja, klar, danke.”
Ceca und Dara konnten nicht mehr vor Lachen. Ich neige nämlich zu Gesichtsentgleisungen, wenn ich verwirrt bin.

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Ja, wo laufen sie denn?

Ich weiß nicht, wie wir da drauf gekommen sind, aber plötzlich hatten Ronja und ich unheimlich Lust darauf, Loriot zu schauen. Also wirklich, Loriot ist legendär. Ich kenne einige, die immer sehr fragend schauen, wenn ich etwas von Loriot erzähle. Dabei ist er doch tatsächlich eine Art Vorreiter der Stand Up-Comedy oder zumindest nehmen ihn viele Comedians als Vorbild. Naja, blabla, auf jeden Fall wollten wir den Loriot Sketch schlechthin schauen: Weihnachten beim Familie Hoppenstedt. Aber das gibt es einfach nicht in voller Länge auf YouTube. Ja gut, ein bisschen deprimiert haben wir weiter runtergescrollt und geschaut, was es sonst noch so für Loriotvideos auf YouTube gibt. Meine Güte, ich dachte ja, ich kenne alles von Loriot, aber es gibt doch immer noch Neues zu entdecken. An dieser Stelle solltet ihr sofort auf YouTube gehen und euch Loriot anschauen.

Suchbegriff I: Loriot Auf der Rennbahn (da sucht ihr euch den Cartoon raus)
Suchbegriff II: Loriot Krawehl Krawehl
Suchbegriff III: Loriot Cartoon Tagesschau (dieses Video unbedingt bis zum Ende anschauen)
Suchbegriff IV: Loriot Alles rund ums Fliegen
Suchbegriff V: Loriot Ödipussi
Suchbegriff VI: Loriot Ein Klavier
Suchbegriff VII: Loriot Aktenzeichen XY
Suchbegriff VIII: Loriot Das Interview
Suchbegriff XI: Loriot (schaut euch einfach an, was euch interessiert)

So, gar nicht mal schlecht, oder?
Mannmannmann, es passiert leider überhaupt nichts Spektakuläres hier bei uns, deshalb gibt es auch so wenig Blogartikel. Immerhin ist das Design jetzt besser als das alte mit Riesenschrift.

Oh doch. Oh doch, da, wo ich gerade meine Notizen checke, fällt mir eine neue Geschichte ein.

Also, Dara und ich waren vor einer ganzen Weile mal Powershoppen. Deshalb sind wir besonders früh aufgebrochen und ohne Frühstück aus dem Haus gegangen. Natürlich mit Boots im Schlepptau, weil meine Mutter es nicht leiden kann, wenn der Hund alleine daheim bleibt und Boots gerne ein Drama daraus macht, wenn sie denn ausnahmsweise mal alleine ist (einmal waren wir bei meiner Oma, die weit weg wohnt, und haben Boots bei ihr in der Wohnung gelassen, weil wir ins Theater gegangen sind. Der Nachbar hat nach einer halben Stunde angerufen, dass unser Hund die ganze Zeit jault und bitte wer heimkommen mag. Also hat sich Papa geopfert und ist zurück zu meiner Oma gefahren). Aber mit Boots lernt man auch immer wieder neue – und sehr außergewöhnliche – Menschen kennen, weil sie wohl einfach so süß und die Rasse selten ist.

Jedenfalls waren Dara, Boots und ich in der Stadt. Weil wir eben nicht gefrühstückt hatten, haben wir uns einen Snack geholt (wichtige Info am Rande: Daras Snack war eine Nougatbrezel). So, wir haben uns auf eine Bank gesetzt und gesnackt, als eine ältere Dame auf uns zugewuselt kam.

Sie: (zu Boots) Oooooch, kriegst du etwa nichts ab? (zu uns) Also mein Hund hat alles gegessen. Wirklich alles.
Ich: Auch Schokolade? (Schokolade ist für Hunde eigentlich giftig)
Sie: Na klar. Auch Schokolade. Das würde er lieben.
Sie deutete auf die Nougatbrezel. Dara und ich haben uns kritisch angeschaut, aber sie redete unbeirrt weiter.
Sie: Naja, dann war er natürlich auch so dick.
Sie hielt die Hände gut 30 Zentimeter auseinander.
Dara: Man gönnt sich doch sonst nichts, ist schon okay.
Sie: Aber er war alt. Schon 17 Jahre.
Ich: Oh wow, das ist aber schon ordentlich. Nicht schlecht.
Sie: Sie wachsen einem ja richtig ans Herz, ich meine, 17 Jahre sind ja echt lang. Wie ein eigenes Kind ist das.
Dara: Stimmt.
Sie: Vor drei Jahren ist er vom Auto überfahren worden. Tja dann: Einen schönen Tag noch.

Und weg war sie. Bevor ich mein Bedauern ausdrücken oder Dara den Mund schließen konnte.

Gezwitscher und Plissee

Gerade lese ich Adorkable. Nach einem gefühlten halben Jahr dachte ich mir, dass ich mal wieder was lesen könnte und habe mir quasi das erstbeste Buch geholt, das mir in der Buchhandlung empfohlen wurde. Aber es hat sich durchaus gelohnt, das Buch ist wirklich nice. Es ist wohl das Buch über Generation Facebook und Twitter und natürlich Liebe und so Kram.
Auf jeden Fall bin ich in Sachen Twitter absolut nicht up to date und habe deshalb teilweise die Twitternachrichten im Buch nicht nachvollziehen können. Deshalb kam mir der Gedanke, es einfach selbst auszuprobieren.
Meine Güte, ist das kompliziert.
Und worüber die Leute alles so twittern.
Also ich verliere da echt den Überblick, was aber nicht heißt, dass ich es lasse.
Da arbeite ich mich jetzt rein.

Momentan habe ich ja frei, weil ich meine ganzen Abiturprüfungen geschrieben habe und nur noch auf meine Ergebnisse im Juni warte. Also mache ich mit einer Freundin Kurzurlaub und neben Sightseeing machen wir noch ein kleines bisschen Powershopping. Schließlich brauche ich noch mein Abiballkleid. Ich weiß nicht wieso wir überhaupt auf die Idee gekommen sind, aber wir haben ausgerechnet im teuersten Kaufhaus angefangen nach Abendkleidern zu schauen. Kein Wunder, dass es da natürlich die tollsten Kleider zu den unglaublichsten Preisen gibt. 300 Euro waren da noch günstig.
Wow, da war so ein tolles Kleid aus grünem Plissee, was ausgesprochen toll aussah und ich unbedingt haben wollte. Leider bin ich das teure Kind und wähle intuitiv die teuren Sachen aus.
Deshalb gab es dann ungefähr die Diskussion meines Lebens mit meinen Eltern, ob ich es dann haben darf oder nicht und natürlich war ich in dieser Auseinandersetzung der Verlierer.
Nun ja, dafür wurde mir dann aber der Stoff finanziert, damit ich mir selbst ein Kleid nähen kann.
Was für ein Abenteuer!

Délice au chocolat

Wow. Das Rezept habe ich gerade wieder gefunden als Dara einen Schokoladenkuchen backen wollte. Dieser Kuchen ist der allerbeste, den ich je gegessen habe und echt leicht zu machen. Er hat zwar unglaublich viele Kalorien, weil er wirklich nur aus Butter, Zucker und Schokolade besteht, aber es lohnt sich, wenigstes ein Stück zu probieren, weil er absolut schokoladig und saftig ist!

Zutaten:
250g dunkle Schokolade
175g Butter
1 TL Vanilleessence
150g Puderzucker
4 Eier (getrennt)
125g Creme fraiche
2 EL Mehl
eine Prise Salz

Zubereitung:
1. Ofen auf 150°C vorheizen
2. Eine 23cm Springform einfetten und mit Mehl bestäuben
3.Die Schokolade in Stücke brechen und mit der Butter in einer Pfanne schmelzen lassen
4. Eigelb, Vanilleessence und Puderzucker in einer Schüssel cremig rühren
5. Schokoladenmasse hinzugeben und verrühren
6. Mehl und Creme fraiche hinzugeben und unterrühren
7. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und anschließend vorsichtig unter die Schokoladenmasse heben
8. Masse in die Springform geben
9. Für 35 Minuten backen
10. Gut abkühlen lassen, bevor die Springform entfernt wird
11. Für 4 Stunden in den Kühlschrank stellen bevor er serviert wird

Er kann mit Vanillesauce, Eis oder mit Puderzucker bestäubt gegessen werden. ❤

Neunzehnhundertneunundneunzig

Na endlich sind alle Prüfungen vorbei. Ich dachte schon, die Lernerei nimmt nie ein Ende. Aber jetzt ist es seit Montag geschafft. Da ist unsere Schule dann doch besser dran als so manche andere, die erst Ende Mai die letzte Prüfung haben.
Meine mündliche Prüfung war in Erdkunde und ich habe meiner Familie aktiv Vorträge über die nicht enden wollenden Themen gehalten. Beim Thema Transformation des Ostblocks wollte mir Papa ein paar Beispiele nennen, damit ich es besser verknüpfe.

Ich: …nachdem die Mauer gefallen war, musste Polens Planwirtschaft liberal gemacht werden…blabla
Papa: Wann war der Mauerfall?
Ich: Neunundachtzig.
Papa: Genau, das ist jetzt 14 Jahre her und wir müssen immer noch den Solidaritätsbeitrag zahlen. Das ist nämlich…
Ich: Vierzehn Jahre?
Dara aus der Küche: Vierzehn?
Papa: Äh, was? Vierzehn Jahre? Na, 24 Jahre meine ich doch.

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Och, komm schon

Gestern Abend waren Dara und ich schnell eine Runde mit Boots draußen. Wie Boots halt so ist, watet sie auch noch um halb zwölf Uhr abends durch Bäche und macht sich klitsch nass. Wenn Boots nass ist, ist sie richtig hässlich und sieht aus wie eine Wasserratte, denn eigentlich ist sie total dünn, was man aber wegen dem struppigen Fell nicht sieht. Nur wenn sie halt nass ist.
Als wir uns auf den Rückweg machen wollten, kamen uns drei Nachbarshunde entgegen. Die sind so gut erzogen, dass sie immer ohne Leine laufen, selbst an der Straße.
Einer von den Hunden ist noch ein Welpe und sowas von süß. Der ist klein und pummelig, weil die Proportionen noch gar nicht stimmen: Kurze Beine, große Pfoten, dickes Fell und riesige Ohren. Ein Baby-Bernersennenhund namens Baltasar.
Kommt Baltasar an uns vorbei, ignoriert er Boots vollkommen, denn anscheinend findet er echte Stiefel viel cooler. Dara und ich standen also am Bach und Baltasar kam angerannt. Er schaute Dara an: Darf ich mich auf deinen Fuß setzen? Nein? Aber er sieht so gemütlich aus. Komm schon, bitte. Egal, ich möchte jetzt genau auf diesem Stiefel Platz nehmen.
Weil Dara natürlich keine einladende Geste gemacht hat, war er erst enttäuscht, hat sich dann aber einfach hingesetzt. Und zwar auf Daras Schuh und hat sich an ihr Bein gelehnt. Dabei hat Baltasar nach oben geschielt und ein bisschen gesabbert.
Oh danke, danke, danke, danke, dass ich genau hier sitzen darf. Es ist ja so gemütlich. Kannst du mich streicheln? Na los, ich möchte noch mehr Gemütlichkeit. Ich stupse dich so lange an, bis du mich streichelst, okay?
Letzten Endes musste der Besitzer Baltasar von uns weglocken, weil er sich partout nicht bewegen wollte.

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