Erdbeben 7.4

Keine Sorge, ich lebe noch und es geht mir soweit gut!

Gestern habe ich mein erstes schweres Erdbeben erlebt von der Stärke 7.4, das ist schon recht stark, wenn man bedenkt, dass Stärke 10 das Höchste ist. Aber erstmal eins nach dem anderen.

Es war 4:28 Uhr morgens am 04.09.2010, meine Gastmutter wurde von den Katzen geweckt, die wie verrückt vom Bett aufgesprugen sind und nach unten und aus dem Haus gerannt sind, nur eine Minute später konnte man das Geräusch des Bebens hören, das sich so anhört, wie als wenn ein schwerer Truck oder ein Zug über die Straße rumpeln würde. Dann kam das Beben, meine Gastschwester hat schon angefangen zu weinen und zu schreien, ich hab das erstmal gar nicht geschnallt.

Sharon hat versucht, runter zu uns zu kommen, um uns zu holen, doch das war gar nicht so einfach, denn alles hat gewackelt und ist umgefallen. Sharons Zeh  ist zwischen das umfallende CD-Regal gekommen, dann ist sie die Treppe fast runtergefallen und kam schließlich zu uns runter. Lillie ist währenddessen schon in mein Zimmer gekommen und hat mich aufgeweckt und rausgeholt. Alle zusammen sind dann hoch in Sharons Schlafzimmer gegangen und saßen im Bett. Es hat immernoch alles gebebt, und besonders im ersten Stock ist das Beben schlimmer als im Erdgeschoss.

Nachdem das Beben etwas abgeschwächt war, sind wir runter gelaufen und haben Decken geholt, um uns im Wohnzimmer auf die Couch zu setzen, doch auf dem Weg  ins Wohnzimmer ist das Licht ausgegangen – Stromausfall. Wir haben es bis zum Sofa geschafft und Kerzen angezündet. Dort saßen wir und haben auf das nächste Beben gewartet, zwischendurch hat Sharon telefoniert oder SMS zu ihren Freunden geschrieben, die alle gegenseitig wissen wollten, ob denn alles okay sei. Auch ich habe mit meinen Freunden geschrieben, den zum Glück nichts passiert ist. Sobald es wieder gebebt hat, haben wir die Kerzen ausgepustet und sind unter den Tisch gekrabbelt, so haben wir das bis zur Dämmerung gemacht, dann konnten wir die Vorhänge aufziehen und Tageslicht reinlassen.

Zum Glück haben wir einen Gasherd, so konnten wir uns wenigstens etwas Warmes zum Trinken machen und Toast toasten. Doch Strom gab es keinen, Wasser eigentlich auch nicht, aber wir hatten noch genug in Reserve, das haben wir direkt in Töpfen und Flaschen gesichert, obwohl es im Nachhinein nicht nötig gewesen wäre, denn wir waren nie ohne Wasser.

Um Lillie etwas abzulenken haben wir den tragbaren DVD-Player geholt und uns Mathilda angeschaut, aber die Batterie war nach 30 Minuten leer, also habe ich meinen Ipod geholt, und mit Lillie Videos angeschaut.

Johnny und Tom waren gar nicht da, Johnny war mit seinen Freunden an der Westküste und Tom in Auckland, ein Rennen fahren, beide haben nichts mitbekommen von dem Beben.

Um elf Uhr haben wir Lillie zu ihrer Mutter gebracht, als wir wieder zurück gekommen sind, war auch wieder Strom da, deshalb haben wir schnell alle wichtigen Dinge an den Strom angeschlossen. Zwischendurch war der Strom 2x weg, aber ab eins war er bis jetzt da.

Wir sind in Sharons Friseursalon gefahren, das war so ein Chaos, zum Glück waren keine Scheiben zerbrochen und die Spiegel waren auch noch heile. Aber die ganzen Tuben und Flaschen waren über den Boden verteilt, ich denke, es waren über 300 Flaschen, die wir wieder einsortieren mussten. Kaputt waren nur 2 Haarsprays und ein paar Shampoos waren am Auslaufen. Doch Johnnys Schwester Natascha kam vorbei und hat uns beim Aufräumen geholfen, das war dann auch in ein einhalb Stunden getan.

Später sind Sharon und ich einkaufen gefahren, aber alle Geschäfte hatten zu, die Mitarbeiter waren alle drin und haben Aufräumen geholfen, das war echt ein Chaos da drin, alles war aus den Regalen rausgefallen und zerbrochen.

Wir haben dann aber einen Supermarkt gefunden, wo natürlich jeder drin war, und haben gleich schonmal mit Essen vorgesorgt, 6l Milch und 4 Laibe Brot, denn der Toast war schon ausverkauft. Doch an Essen gab es noch genug im Supermarkt, letztenendes wäre schon keiner Verhungert, denke ich, nur alle haben für den Fall, dass es weitere Beben über mehrere Tage gibt, vorgesorgt.

Es gab etwa alle halbe Stunde weitere Beben, die aber längst nicht mehr so schlimm waren, wie die ersten paar, man hat sich nur aus Instinkt wo festgehalten. Bei uns zuhause sind bloß 2 Schüsseln und eine Vase zu Bruch gegangen.

In unserem Teil waren nur die Straßen etwas Aufgeplatzt und Schlamm war auf der Straße und den Bürgersteigen, weil die Wasserrohre gebrochen waren. Es gab sogar ein Loch in der Wiese und im Fernsehen gab es Dauerberichte über die Schäden im Zentrum oder der Innenstadt. Denn dort sind die Straßen richtig aufgeplatzt und Häuser sind eingestürtzt. Bei uns ist das nicht passiert, alles ist relativ heile geblieben.

Heute Nacht waren Freunde da, die bei uns geschlafen haben, aber Sharon und ich hatten trotzdem noch Angst, deshalb habe ich oben bei Sharon geschlafen. Trotzdem gab es noch 8 leichte Nachbeben.

Und Angst habe ich immernoch, denn im Fernsehn warnen sie vor einen möglichen weiteren starken Beben, das macht mir wirklich total Angst. Die Katzen sind bisher nicht wieder aufgetaucht, Collin ist verschwunden und Mimi hat sich unter dem Haus vesteckt, doch Sharon hat sie dort rausgeholt.

Drückt mir die Daumen, dass es nicht noch ein schweres Beben gibt. Macht euch keine großen Sorgen, uns geht es gut.

Hier sind ein zwei Links zu Fotos aus dem Internet, die ich gefunden habe zu den Schäden, die das Beben angerichtet hat, doch es ist nicht dort, wo wir wohnen, es ist in der Innenstadt.

Schäden in Christchurch I

Schäden in Christchurch II

Die Fotos hier hat der Bronson gemacht, der Enkel der Freundin, die heute da war.

Advertisements

2 Kommentare zu „Erdbeben 7.4

  1. Ohh mein Gott da bin ich aber mal froh das dir nichts passiert ist. Und ich hoffe natürlich mal das die Katze wieder auftaucht. Hoffentlich passiert das nicht allzu häufig das wäre ja schrecklich. Die armen Leute die jetzt kein zuhause mehr haben.
    LG Ronja

  2. Ich war ziemlich schockiert als ich deine Bilder sah. Im TV sieht alles nicht so schlimm aus.
    Ich wünsche, daß bald wieder Normalität eintritt und daß du dieses schlimme und traurige Erlebnis, später in deinem Leben einfach als possitive Erfahrung siehst.
    Lass dich drücken. Liebe Grüße Oma

Und was sagst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s