Der Tag des letzten Kratz

Urlaub ist schon was Tolles! Wir haben so in etwa vier Tage bis nach Italien gebraucht. Erst sind wir zu meiner Oma gefahren und haben da übernachtet, dann zu meinem Onkel nach Österreich, am nächsten Tag wieder etwas weiter aber immer noch in Österreich und schließlich sind wir ganz durchgefahren bis nach Venedig. Beziehungsweise vor Venedig. Denn in Venedig kann man mit dem Womo nicht stehen. Gestern waren wir das erste mal in Venedig selbst drin. Erst war ich völlig erschlagen von den Menschenmassen, denn es sind wirklich nur Touristen da. Irgendwie ist das traurig.

Auf unserem Campingplatz sind etwa 98% Deutsche, 1% Italiener und der Rest Urlauber aus anderen Ländern. Das Schlimme ist, dass alle Angestellten auf dem Campingplatz Deutsch reden. Dass die Deutschen einfach anfangen, mit ihnen auf deutsch zu reden. Das ist echt schade, denn in Italien sollte sowas nicht selbstverständlich sein. Ich finde, man sollte lieber Englisch sprechen. Denn Deutsch zu sprechen ist irgendwie unverschämt!

Nun wieder zurück zu Venedig. Also, nachdem wir uns die Must Sees angeschaut haben – den Markusplatz, die Rialtobrücke und eben die Gondeln – sind wir immer weiter in die winzigen und gerade mal ein Meter breiten Seitenstraßen eingebogen, wo man viele kleine Läden entdeckt hat. Die meisten waren Souveniershops mit Masken und Glas aus China, aber wenn man sich immer weiter von den Hauptattraktionen mit den Menschenmassen entfernt hatte, dann kam man zu seriöseren Läden und professionellen Maskenmachern. Ich habe mir eine wunderschöne Maske gekauft – für sage und schreibe 35 Euro, aber das war es wert. Denn der Verkäufer war echt total nett, hat mir sämtliche Masken gezeigt und wirklich jede einzelne angezogen. Meine Maske ist eine halbe, die man nur über den Augen trägt, in schwarz mit einem lila Rahmen und vielen schwarzen und lila Federn dran. Es gab noch Masken für das ganze Gesicht und Tiermasken und richtig aufwändige mit ganz vielen Federn und Papierfächern und Samt und Schleiern und Spitze dran, die dann eben 150 Euro gekostet haben. Vielleicht nähe ich mir zuhause einen langen Umhang, damit ich das nächstes Jahr als Kostüm tragen kann. Denn die Umhänge sind echt teuer und einen goldenen Stoff mit schwarzer Spitze oben drauf kann ich auch selbst machen.

In Venedig ist ja alles so herrlich teuer, deshalb durften wir uns nichts zu essen oder zu trinken kaufen, denn ein Kaffee kostet so um die 12 Euro. Der Kaffee! Aber in einer verwinkelten Gasse haben wir einen Bäcker gefunden und italienisches Gebäck gekauft, das waren so harte Zitronenkekse und Knoblauch- und Pizzabrot.

Shoppen könnte man auch prima, aber wir sind mehr oder weniger durch Venedig gehetzt, denn mein Papa wollte zu einer besonders guten Eisdiele. Das war ein Geheimtipp vom ADAC – genial, so geheim war das natürlich auch nicht mehr, schließlich besitzt fast jeder Tourist einen Reiseführer mit Geheimtipps. Als wir die Eisdiele gefunden hatten, waren wir alle ziemlich k.o. und hatten eigentlich gar keine Lust mehr auf ein Eis. Auch hier war das Eis nicht viel billiger – eins dreißig für eine wirklich unverschämte Größe der Kugel. Es gab die Standardeissorten und so komisches Mousse, das sie auch als Eis verkauft haben, aber es war warm und pappsüß!

Nun ja, mein Fazit: Venedig ist klasse, ein Tag reicht lange nicht aus, um die komplette Stadt zu sehen. Morgen fahren wir gleich nochmal hin, um uns das zweite Drittel anzuschauen. Man sollte durch die typischen Sehenswürdigkeiten durchrasen und gleich in die verwinkelten Gassen stürzen, um da voller Begeisterung in jedes Geschäft zu schauen und im Kaufrausch alles, was ansatzweise süß aussieht kaufen. Vorallem sollte man aber sicher gehen, dass nichts aus China kommt, denn natürlich sind in den meisten billigen Souvenirshops die Glasfiguren und Masken aus China – die Produktion ist da ja viel billiger. Also lieber mal nachfragen, ob es tatsächlich Glas aus Murano – eine der venezianischen Inseln, bekannt für die Glasproduktion – ist oder die Masken auch aus Venedig kommen. Aber ich würdes sowieso den Kauf von Masken bei Maskenbastlern vorziehen und mit dem Kauf von Glassouveniers warten, bis ich nach Murano komme. So ein Geheimtipp von mir.

Ach ja – die Überschrift heißt Der Tag des letzten Kratz, weil hier total viele Mücken sind, die aber irgendwie alle meine Mama stechen, und sie hat davon die Schnauze voll und irgendetwas von letzter Kratz gemurmelt, was wir lustig fanden und daraus dann der Satz entstand. Der Tag des letzten Kratz eben.

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