Süßholz raspeln

Ach Gottchen, meinen Blog gibt es ja auch noch. Da habe ich doch tatsächlich seit über einem Monat nichts mehr geschrieben. Einfach deshalb, weil mir die Zeit fehlt. Nun gut, jetzt habe ich mal ein bisschen Zeit – eigentlich nicht, aber der Blog soll schließlich nicht ganz sterben.

So, der letzte Artikel war am 30. Oktober, liebreizend. Ich fühle mich ganz schlecht. Also letztens – haha, vor drei Wochen – war die Büchereivorlesung von dem Schreibkurs. Um ehrlich zu sein, es war ganz prima, allerdings ist mir beim Vorlesen aufgefallen, dass das, was ich da geschrieben habe, eigentlich total langweilig ist. Mein Papa war davon begeistert. Ich glaube, die meisten anderen auch. Aber ich fand’s trotzdem nicht allzu gut. Nächste Woche kann ich mich gleich für den Kurs nächstes Jahr anmelden. Beziehungsweise meine Mutter muss den Kram unterschreiben, denn ich bin – immer noch – sechzehn und darf mich da nicht selbst anmelden, sonst hätte ich das schon vor 10 Tagen machen können, direkt in dem Kurs. Naja, Hauptsache ich kann weiter machen.

Gerade eben habe ich Woyzeck ausgelesen, bereits das dritte Buch – nein, nein Drama, um es mal in Fachsprache auszudrücken –  im Deutsch Lk. Und ich fand das wieder recht interessant. Obwohl ich hinterher den Lektürenschlüssel nochmal gelesen habe. Das miese an den Dramen ist, dass die Hauptfiguren einem immer leid tun. Also mir zumindest. Aber ich glaube, dass das extra so geschrieben ist. Das ist eben hohe Literaturkunst. Oder was auch immer. Jedenfalls hat mir der Woyzeck leidgetan, weil der so gemobbt wird von allen anderen und von seiner Freundin betrogen wird und alles.

Ich muss mich spurten mit dem Artikel, denn ich muss gleich noch 30 Seiten Englisch Lektüre lesen, weil ich Dienstag die Klausur schreibe. Das deprimierende ist, dass ich wieder zwei Stunden dafür brauche, weil ich andauernd was notiere und anstreiche. Dann bin ich wohl um neun fertig.

Mann, Mann, Mann. Morgen habe ich schon wieder einen mega langen Tag – um sieben bin ich erst zuhause, dabei habe ich fünf Freistunden. Allerdings nicht am Stück, sondern ganz wunderbar quer über den Tag verteilt.

In fünf Tagen habe ich Geburtstag. Das ist aber nicht allzu toll, weil ich immer noch viel jünger bin als die anderen. Das ist ja sowas von mies. Denn erst ein paar Monate vor meinem Abi werde ich achtzehn. Wie bescheuert ist das denn. Gut, meine Schwester macht mit sechzehn Abitur. Voraussichtlich. Das Gute daran ist, dass es völlig egal ist, welchen numerus clausus sie hat, denn wenn sie nach dem Abi noch zwei Jahre lang um die Welt reist, hat sie die Wartesemester hinter sich und ist genauso alt wie alle anderen und kann im Grunde studieren, was sie will.

Für die Geburstage von zwei Freundinnen habe ich ganz individuelle Viecher genäht. Aus Stoffresten von Ikea, die ich zusammengenäht habe und mit Futterwolle gefüllt habe. Die sind total knuffig geworden. Hätte ich noch eins da, hätte ich es fotografiert. Ich würde gerne noch welche machen. Der Haken an der Sache ist aber, dass ich die Nähmaschine kaputt gemacht habe. Genauer gesagt die Nadel. Das ist nicht dramatisch, weil die ja auswechselbar ist. Aber irgendwie haben wir keine Nadeln zuhause, zumindest keine high quality ones. Sondern nur so doofe, die es zu der Nähmaschine dazu gab, und die, die ich ausgewechselt habe, ist gleich wieder abgebrochen. Von daher muss ich wohl demächst eine neue kaufen. Wenn ich Zeit dazu habe. Ich schaffe es noch nicht mal, mit Kathi shoppen zu gehen – noch nicht mal shoppen, sondern einfach nur Tanzschuhe kaufen. Ich hab das schon fünf mal verschoben. Die arme Socke.

Dara hat am Freitag auf dem Weihnachtsmarkt endlich Süßholz gefunden. Da hatte sie schon die ganze Woche Lust drauf, nur gab es keins in der Stadt, und da sind die Weihnachtsmärkte riesig. Das war eigentlich eine recht lustige Sache: Nach dem Tanzen sind wir in der Stadt geblieben und Dara meinte, dass sie unbedingt Süßholz haben wolle. Deswegen sind wir rüber zum Weihnachtsmarkt gesprintet, weil die anderen sich was zu essen holen wollten und wir uns beeilen sollten. Der Weihnachtsmarkt war aber rappelvoll, weshalb ich meine Identität in meine Innentasche gestopft und meine Tasche vor mich genommen habe, auch wenn da nichts mehr wichtiges drin war. Wir wurden mehr geschoben, als dass wir hätten laufen können. Am ersten Süßwarenstand war so ein Typ, den ich nach Süßholz gefragt habe. Der war aber so irritiert, dass er ziemlich resigniert den Kopf gesenkt und recht unauffällig den Kopf geschüttelt hat. Am zweiten Stand wusste der Typ noch nicht mal, was Süßholz ist. Der dritte Stand hat uns einen Vogel gezeigt, der vierte hat Flüsterpost gespielt, denn die Frau, die wir gefragt haben, hat die nächste gefragt, die wiederrum die nächste und die auch ihre nächste und die letzte hat dann ziemlich empört gerufen, dass man Süßholz nicht kaufen könne, weil es nur ein Rohstoff für Lakritze sei. Ich wollte sie eigentlich vom Gegenteil überzeugen, konnte mir aber keinen Weg durch die Menge bahnen. Und am letzten Stand hat uns der Mann bloß was von Süßholz raspeln erzählt. Liebreizend, diese erfahrenen Verkäufer.

Nun ja, am Freitag haben wir letztenendes das Süßholz entdeckt – am Bonbonstand.

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Ein Kommentar zu „Süßholz raspeln

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