Ach, das bisschen Regen – ihr seid doch nicht aus Zucker!

Nein, aus Zucker sind wir tatsächlich nicht. Wären wir es, existierten wir gar nicht mehr. Im Grunde muss ich so lachen, dass ich nicht ordentlich tippen kann, aber ich bemühe mich.

Nun, wir sind alle klitsch nass. Dara, Boots und ich. Mein Papa nicht mal ansatzweise. So, donnerstags ist mein Papa immer sportlich aktiv mit drei Freunden in nahegelegenen Sporthallen. Weil die Sporthallen eben nahegelegen sind, sind sie fußläufig erreichbar. Weil die Sporthallen nahegelegen und fußläufig erreichbar sind, gehen wir dort auch immer zu Fuß hin. Zumindest Dara und ich. Mein Papa lässt sich auf dem Hinweg mitnehmen, auf dem Rückweg holen wir ihn mit Boots ab und gehen eine große Abendrunde, damit alle nochmal gemeinsam sportlich aktiv werden – oder der Hund einfach Auslauf bekommt.

Soweit. Heute war das Abholen vom Sport wieder geplant und Dara und ich sind losgestiefelt zu den Sporthallen. Als wir um 20.20 Uhr da waren, war noch keiner von den anderen da, deswegen haben wir uns an einen Tisch mit Deutschlanddeko gesetzt und die Spielvorbereitungen auf Sky geschaut. Um 20.45 Uhr fing das Spiel endlich an und immer noch war kein anderer da außer uns. Wir dachten schon, Papa wäre an uns vorbei gelaufen und schon zu hause, denn normalerweise hören sie um halb neun auf. Um 20.55 Uhr kamen sie dann doch zur Abwechslung mal hoch und haben noch was geredet und so. Da hat es sowas von dermaßen angefangen zu schütten. Also näh.

Es waren drei Männer, die mit mindestens zwei Autos da waren und wir locker alle rein gepasst hätten. Aber was schlägt mein Papa vor?

Papa: Geht doch schon mal vor, ich komme dann mit (ich kann die Freunde nicht auseinanderhalten, nennen wir den Freund einfach mal Hans-Helmut) Hans-Helmut nach, ich sollte mein Knie schonen.

Ich: Also Moment, haaaaalt stop, wer hat da gerade zweieinhalb Stunden Sport gemacht?

Papa: Ich hab mich nicht angestrengt.

Dara: Du hast eh wieder gewonnen.

Papa: Nur 15:2.

(Ein anderer Freund, nennen wir ihn Karl-Reiner-Christian) Karl-Reiner-Christian: Nur weil ich geistig nicht anwesend war. Das wäre für dich noch besser ausgegangen, wenn ich richtig da gewesen wäre.

Dara: HA! Wollen wir los?

Papa: Wir sehen uns dann zuhause.

Ich: Haha ha. Ha. Es regnet, Papa.

Papa: Seid ihr aus Zucker?

Dara: Nein, wir sind echte Kerle. Komm, Doreen.

Ich: Haha?

Papa: Auf Wiedersehen, bis später, Süßiiiies! (Nein, das hat er nicht gesagt. Aber es passt sinngemäß.)

Dara und ich gehen also los, selbst der dritte Freund von Papa, Manuel-Markus (vermutlich), mischt sich nicht ein und lässt uns beide einfach in den Regen und das Gewitter in den Wald losziehen.

Boots reibt sich gerade um das Sofa herum um trocken zu werden, heißt also, wir sind tatsächlich gegangen. Okay, wir sind gerannt. Gesprintet. Es war so eklig nass. Bah. Ich war recht adrett gekleidet (Kleid, Strumpfhose, Ballerinas) und das war in der Tat fürchterlich. Deswegen hab ich Schuhe und Strumpfhose erstmal ausgezogen und bin barfuß weitergelaufen, schließlich wären sowohl Schuhe als auch Strumpfhose kaputt gegangen. Übrigens ist der ganze Waldweg mit Schotter übersät. Oh, es war herrlich. Schon nach 30 Metern waren wir pitschnass. Und auf halbem Weg kam uns auch noch ein Typ entgegen, der irgendwas wissen wollte, wo denn der Park sei, in dem immer alle grillen. (Er: Äh, äh, äh, wo, äh. Moment, neu, äh, wo ist das, wo immer alle… grillen? Wir:  Bei dem Wetter? Er: Ja. Wir: Tja dann, da und da und da lang, dann links, rechts, links, an der Apotheke links, blablabla rechts, in 200m links abbiegen, Kreisverkehr an der 3. Ausfahrt verlassen Er: Äh, oh, ja, geht rechts runter auch? Wir: Klar, ist im Grunde der gleiche Weg. Er: Höhö, danke, äh, tschööö. Und weg war er.) Ich glaube, wir haben ihn dezent verwirrt.

Wir sind weiter gelaufen und am Ende vom Wald kam uns Papa entgegen, der einfach nur laut Hahahaha – Sorry brüllte und als wir bei ihm waren meinte, er wäre mit dem Auto da. Ja, lustig, für die restlichen 200 Meter Asphalt, der mir an den Füßen nicht mehr weh getan hätte. Nein, herrlich. Dara wollte den Rest auch noch laufen, aber Papa hat sie gezwungen, auch mit einzusteigen.

Um ehrlich zu sein, war das eigentlich recht lustig, Regen ist doch schon nett hin und wieder. Vielleicht bei wärmerem Wetter. Dabei haben wir Juni. Alter Verwalter, das ist doch kein Juniwetter.

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