Einen Sekt vielleicht?

Als wir diesen Sommer aus Amerika zurück nach Hause geflogen sind, wurden wir in die Businessclass umgebucht. Wenn uns jemand nach unserem Urlaub fragt, ist das quasi das Erste, das Dara erzählt.
Wir saßen im Flughafen in Chicago und haben die sechs Stunden Wartezeit mit gesunden Erbsenschotensnacks totgeschlagen.
Erbsenschoten kann man tatsächlich essen, das schmeckt wirklich mega lecker. Ich weiß, dass rohe Bohnen giftig sind. Warum sollte das bei rohen Erbsenschoten nicht anders sein? Erst dachte ich, die Leute, die uns die Schoten zum ersten Mal angeboten haben, wüssten das nicht, aber da das dort wirklich jeder isst, bin ich nun doch überzeugt, dass sie genießbar sind.
Auf jeden Fall mussten wir sechs Stunden warten bis unser Flug nach Deutschland aufgerufen wurde. Als Dara und ich dann am richtigen Gate saßen, wurden wir namentlich aufgerufen. Ich bin hingegangen und habe gefragt, was denn los sei und der Mensch am Schalter sagte: „The economy class is full, you two have seats in the business class.“
Bam. Dara war geplättet. Die halbe Stunde bis wir einsteigen konnten hat Dara nur der Mund offen gestanden. Haha, das war so süß!
Später als wir auf unseren Plätzen waren, kam die Stewardess vorbei und fragte mich: „Frau D., kann ich Ihnen etwas anbieten. Ein Wasser oder etwas Alkoholisches? Einen Sekt vielleicht?“
Ich glaube, sie hat mich echt nach Sekt gefragt. Dara rammte mir den Ellenbogen in die Seite und schaute mich mit riesigen Augen an: „Doreeeeeeen, sie kennt deinen Namen!“ Die Stewardess stand daneben, aber Dara hyperventilierte fast und raunte nochmal: „Sie hat unsere Namen auswendig gelernt? Sie weiß, wer du bist und wie alt, deswegen bietet sie nur dir den Sekt an!“
Natürlich hatten wir auch Fernseher. Obwohl, das ist bei langen Flügen ja normal. Naja, ich war schon halb am Schlafen – die Sitze kann man zum Bett verstellen – während Dara sich ausgiebig mit den Filmen beschäftigt hat. Plötzlich rief sie aufgeregt meinen Namen, ich zuckte richtig zusammen sodass ich mit meinem Fuß unter den Vordersitz getreten habe. Der Mensch vor uns war dann garantiert auch wach.
„Doreen, der Fisch kann fliegen!“
Absolute Verwirrung: „Bitte was?“
„Schau mal, die haben nicht nur richtig neue Filme, sondern auch Dokumentationen. Die hier ist voll krass, ich habe nur kurz mal reingeschaltet und dann sind hier so fliegende Fische. Schau! Warte, ich spule zurück. Da, der fliegt richtig über das Wasser.“
„Ach so ist das. Krasse Funfacts am Rande.“
Das Essen war sehr delikat, beinahe schon Haute Cuisine. Ich weiß nicht mehr, was es gab, aber die Menüs waren ungefähr so:
Menü I – Gedünsteter Kohlrabi, zartes Zanderfilet mit einer Champangervinaigrette mit dreierlei Thymian und einem Basmatireishügel.
Menü II – Baby-Jakobsmuscheln im gekräuterten Speckmantel mit Safran-Orangensauce auf Bandnudeln.
Menü III – Sorbet von gelben Tomaten mit gebackenem Mozzarella und Ciabattawürfeln.
Das habe ich jetzt gegoogelt und random zusammengepackt. Von der Art der Beschreibung her passt es aber.
Noch später, als ich schon richtig geschlafen habe, hat Dara noch eine neue Entdeckung gemacht. Rücksicht auf schlafende Menschen ist natürlich vollkommen überbewertet, deswegen hat Dara mich wachgerüttelt, weil sie auch die Sitz-zu-Bett-Funktion entdeckt hatte. „Boah geil, Doreen, der Sitz, das Bett, der Sitz, das Bett, die Massagefunktion! Boah ey, cool!“
Der Flug war für Dara das abschließende Highlight des Urlaubs, glaube ich.

Geschrieben mit WordPress für Windows Phone

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