Stranderkenntnisse

Dara und Doreen observieren den Strand vom Meer aus.
Dara und Doreen observieren den Strand vom Meer aus.

Klar, es hatte quasi durchgehend 37° in Frankreich, deshalb waren wir immer schön im Meer, um uns abzukühlen. Ich glaube, die Franzosen hatten gerade Ferien und darum wuselten wirklich Massen am Strand und in der Stadt rum. Gut, also da, wo wir hinfahren, ist im Vergleich zu den typischen Touristenorten eigentlich kaum was los. Aber im Grunde sind wir diesen Strom an Urlaubern nicht gewohnt. Jedenfalls war verhältnismäßig echt viel los am Strand und wir haben durchaus interessante Entdeckungen gemacht. Dara und ich sind mit einem Schwimmreifen etwas weiter rausgeschwommen – am Ufer war wohl eine Algenprivatparty und alles voll mit dem Grünzeug – also eigentlich bin ich geschwommen und habe den Schwimmreifen angeschoben während Dara da drin hing und mir die Richtung gewiesen hat („Achtung, wildes Kind am Tauchen – Achtung, Algen – Achtung, schwimmende Rentnerin von links am Überholen – Achtung, Motorboot!“). Und während wir so vor uns hinschwammen, kamen wir ins aktive Observieren der Menschen am Strand. Der Trick, den wir bei so was immer benutzen geht folgendermaßen: Hund auf zwei Uhr! Das heißt, wenn Dara zu mir sagt „Hund auf zwei Uhr!“, stelle ich mir ein waagerechtes Ziffernblatt vor und schaue in Richtung der imaginären Zwei.
Dazu fällt mir eine Szene aus Two and a half men ein, wo Jake ebendiesen Trick anwenden will, es aber nicht hinbekommt:
Jake und Charlie sitzen in einem Café
Jake: Mädchen auf 12 Uhr.
Charlie: Da ist kein Mädchen, da ist die Theke.
Jake: Oh, warte, auf genau jetzt…. 12:01 Uhr.

Ihr seht, man nennt nicht die aktuelle Uhrzeit, wenn man etwas zeigen will, sondern die Richtung der Ziffer, in der sich das Objekt befindet. Genau das haben Dara und ich klammheimlich im Meer gemacht, ohne dass uns jemand gehört hat.

Ich: Boah, oh mein Gott, auf elf Uhr, schau auf elf Uhr! Meine Güte, wie braun kann man denn sein? Ist das noch gesund? Die hat ja schon voll die Falten. Boah, die sticht ja richtig aus der Menge. Richtig dunkelbraun wie ein Poulet (Französisch für Brathuhn, das wir dort traditionsmäßig essen). Also so dunkelgebrannte Menschen habe ich fast noch nie gesehen.
Dara: Wo?
Ich: Elf Uhr.
Dara: Hä? Wo?
Ich: Da! Hinter dem wilden Jungen.
Dara: Dieser Spargel da?
Ich: Ja!
Dara: Ewww, ist ja eklig. Die hat ja voll den Blick für die Realität verloren. Haha, der Spargel legt voll den Sprint hin. Wie das aussieht, der ist ja richtig dünn und wie der ins Wasser rennt.
Ich: Ach, was ist das denn da? Zwei Uhr: Neon-Outfit.
Dara: Was ist da denn geschehen? Was sehe ich da? Jeansrock? Neongelbe Leggins und… sind das etwa neongelbe Ballerinas?
Ich: Dass der Trend aber auch nicht endet.
Dara: Wieso kauft man sich denn bitte einen Nude-Bikini? Das sieht von der Ferne ja aus als wäre man nackt.
Ich: Ohne Worte sowas!

Später haben wir uns an den Strand gelegt und mein Vater hat Boots runtergebracht. Wir lagen alle drei nebeneinander auf den Handtüchern und Boots hatte richtig Bock zu buddeln. Aber nicht vielleicht etwas abseits oder so, dass der Wind den Sand wegpustet. Nein. Gerade als ich halb eingenickt war, fing sie an direkt vor meinem Handtuch ein Loch zu graben. Der Sand flog auf mich drauf und bis ich ganz hochgeschreckt war, war ich mit einer 30cm Sandschicht bedeckt. Gut, dachte ich mir, locke ich Boots zu einer anderen Stelle, damit sie da buddelt. Pustekuchen. Die Stelle war genau drei Sekunden interessant und als ich mich wieder hingelegt hatte, war Boots auch schon wieder neben mir und grub so wild ein Loch, dass auch gleich Dara noch miteinbezogen wurde in die private Sandschlacht. Selbst wenn ich umgezogen bin mit meinem Handtuch kam Boots hinter mir her und fing jedes Mal partout direkt neben mir mit Buddeln an. Nur negativ so was.

Wenn wir auf der Promenade Kleinkinder getroffen haben, mussten sie und ihren Eltern natürlich sofort mitteilen, dass Boots ein chien ist. Draufzeigen und „Chien!“ rufen. Manche Kinder waren auch was aufdringlicher und sind uns 150 Meter hinterhergelaufen um den Hund zu streicheln, bis man sie wieder eingefangen hatte. Ein kleiner Junge war besonders süß, denn er konnte chien noch nicht richtig aussprechen und quietschte voller Entzückung: „Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeen!“ woraufhin er Schluckauf bekam.

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