Rebellen

Auf irgendeine Art ist jeder ein bisschen Rebell.
Im Museum eine Statue trotz „Bitte nicht berühren“-Schild anfassen.
Den Hund frei laufen lassen, obwohl man ihn anleinen sollte.
Auf das Handy lugen, auch wenn Handyverbot in der Küche herrscht (es ist bei uns etwas ausgeartet, man ist der Meinung, die Kinder seien alle handysüchtig und man müsse diesen Konsum unterbinden)
In der Fastenzeit doch etwas Schokolade snacken – in diesem Fall nicht ich, da bleibe ich gut konsequent.
Oder aber mit 32km/h in der 30er Zone brettern. Zitat Dara.

Sie hat nämlich seit Januar den Führerschein und ist – wie jeder Fahranfänger neunmal klug. Okay, also ich konnte mich noch genau eine Woche nach der Theorieprüfung an die Theorie erinnern und habe fleißig zitiert, bis ich einfach alles wieder vergessen habe. Es fährt doch sowieso jeder nach dem Motto „Der Andere hat auch ’ne Bremse“ – wozu werden überhaupt Vorfahrtsregeln gebraucht? Völlig überbewertet.
In ihren Augen rebelliere ich auch ziemlich mit meinen Fahrkünsten.

Dara: Also Dodo, ich habe Angst mit dir zu fahren.
Ich: Bitte?
Dara: Du fährst sehr wild.
Ich: Konkret bitte was?
Dara: Schau, wenn du in den Kreisverkehr fährst, da schaust du gar nicht richtig wer in den Kreisel reinfährt.
Ich: Sicher.
Dara: Ja, aber es wäre besser, wenn du einfach anhälst und dir ein Bild machst.
Ich: Aber wenn ich doch sehe, dass einer rechts von mir oder gegenüber reinfährt, dann kann ich ohne Probleme weiterfahren. So funktioniert das doch reibungslos.
Dara: Ich würde dir Stehenbleiben aber trotzdem empfehlen. Und auf der Autobahn: Du musst nicht so schnell fahren. Das ist eh schlecht fürs Auto – ganz zu schweigen von der Umweltbelastung. Hundertzehn oder -zwanzig reichen. Und Rechtsfahrgebot! Du solltest immer rechts fahren.
Ich: Ach Quatsch – ich dachte, wir hätten hier Linksverkehr.
Dara: Auf der Autobahn!
Ich: Also nicht überholen oder was ist der Vorschlag?
Dara: Nur wenn nötig. Ach ja, und du machst zu selten den Schulterblick. Den solltest du öfter machen.

Und so weiter. Da hatte ich gerade meinen Vater von der Backe, der sich maximal angespannt neben mir in möglichst neutraler Haltung am Haltegriff festgehalten hat, und schon belehrt mich Dara eines Besseren.

Ich sehe schon, ich bin wohl echt am Rebellieren. Was soll bloß aus mir werden.

Aber mittlerweile habe ich auf Dara abgefärbt und sie ist neulich für mich – weil ich schobn 20 Minuten am Bahnhof stand und gewartet habe – „Mit 32 km/h durch der 30er Zone gebrettert“.  Die kleine Rebellin.

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2 Kommentare zu „Rebellen

  1. :D leider muss ich zugeben, dass ich meinem Freund auch immer mit dem Rechtsfahrgebot komme – allerdings nur wenn neben uns absolut nichts los ist und man freie Bahn hat.

    Dara ist ja echt lieb ^^ wahrlich eine Rebellin

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