Kupfergeld

„Entschuldigung?“ Der Mann tippt mir auf die Schulter. Ich reiße die Kopfhörer aus den Ohren und rutsche ein Stück zur Seite. „Ticket. Könnten Sie Ticket ziehen?“ Er hält mir eine Menge Kleingeld unter die Nase. Ich schaue ihn an, dann seine Hand. Drei Euro und reichlich Kupfermünzen. Er deutet auf zwei Koffer, die vor dem Automaten stehen, und zieht die Augenbrauen fragend in die Höhe. „Klar“, sage ich und stehe auf. In der Bahn zu laufen ist ein regelrechter Parcours. „Wo wollen Sie denn hin?“ Ich tippe auf den Touchscreen. „Bahnhof, Haupt.“ Er stellt sich neugierig neben mich und hält mir wieder die Münzen hin. Der Touchscreen ist aus einem anderen Jahrzehnt, ich muss sieben Mal auf Weitere Tickets klicken, bis er überhaupt reagiert. „Hier, bezahlen? Wie viel Geld?“ Der Mann streckt mir den Arm noch weiter hin. „Drei achtzig.“ Ich picke mir die Geldstücke von seiner Handfläche und werfe sie ein. „Dank“, sagt er zufrieden als er das Ticket nimmt. „Zurück zu Familie. Mit Zug. Italien. Dank.“ Ich nicke ihm zu und gehe zurück zu meinem Platz. Er steht neben seinen Koffern und betrachtet eine ganze Weile glücklich sein Ticket.

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